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Galaxien sind große Ansammlungen von Sternen, wofür unsere eigene
Galaxie, die Milchstraße, ein typisches Beispiel darstellt. Die
Sterne (sowie interstellares Gas und Staub) bewegen sich auf
Umlaufbahnen, die durch die allgemeine Gravitationskraft bestimmt
werden, um das Zentrum der Galaxie. Neue Generationen von Sternen
werden aus dem Gas geboren, das innerhalb der sogenannten großen
Molekülwolken kondensiert, wobei sie manchmal auch Sternhaufen
entstehen. Wenn ein Stern am Ende seiner Entwicklung angelangt ist,
gibt er einen Großteil des Gases an das interstellare Medium zurück,
das dann wiederum die Quelle einer neuer Sterngeneration
darstellt. Galaxien kann man sich als Systeme vorstellen, die Gas in
Sterne umwandeln und diese wieder zurück in Gas.
Wenn wir eine Galaxie sehen, so sehen wir eine Überlagerung des
Lichtes der Myriaden von Sternen (da die meisten Galaxien so weit
entfernt sind, lassen sich keine einzelnen Sterne sondern nur das
gemeinsame diffuse Licht erkennen), und das Fluoreszieren des Gases,
das von heißen, hellen Sternen ionisiert wird. Diese glühenden
Gaswolken bezeichnen die Orte neu geborener Sterne - oft sehen sie aus
wie Perlen, die an den Armen von Spiralgalaxien aufgereiht sind. Das
Licht sowohl der Sterne als auch des Gases wird zu einem gewissen Teil
durch Staub im interstellaren Medium in der Galaxie abgeschwächt.
Gemessen an Skalen des Sonnensystems, sind Galaxien gewaltig. Würde
man mit Lichtgeschwindigkeit reisen, so benötigte man 11 Stunden, um
den Durchmesser der Umlaufbahn des Pluto um die Sonne zu durchqueren,
wohingegen es 50.000 Jahre dauern würde, den Durchmesser der
Umlaufbahn der Sonne um das Zentrum der Milchstraße zu
durchqueren. Trotz der hundert Milliarden Sterne in der Milchstraße,
sind diese so weit voneinander entfernt, daß Kollisionen
untereinander fast nie auftreten und selbst nahe Vorbeiflüge sehr
selten sind. (Falls man vom innersten Bereich der Milchstraße absieht,
der eine sehr hohe Dichte aufweist.) Dies bedeutet, daß die Bahnen
der Sterne im allgemeinen bei deren Geburt festgelegt werden: Sie
spiegeln also die Bewegung des Gases wider aus dem sie geboren
wurden. Sofern die Galaxie keine Kollision erlitten hat, wie später
beschrieben, erzählt uns ihre Form etwas über die Bedingungen unter
denen sie sich gebildet hat.
Ein anderer Gesichtspunkt der großen Entfernungen zwischen den Sternen
ist, daß der Lichtfleck einer Galaxie üblicherweise sehr schwach ist,
was leicht durch einen Blick durch ein Teleskop auf eine Galaxie
gezeigt werden kann. Von Ihren Garten aus werden sie Schwierigkeiten
haben selbst die nächsten Galaxien mit dem bloßem Auge zu
erkennen. Die SDSS-Karte zeigt jedoch Galaxien im Überfluß - etwa
ebensoviele Galaxien wie Sterne. Sterne erscheinen hier als kleine
Punkte. (Helle Sterne haben eine kreuzartige Struktur - dies ist ein
Artefakt, das durch die Teleskop-Optik verursacht wird.) Die größeren
und helleren Galaxien sind leicht auszumachen: Sie erscheinen als
Lichtflecken mit einer reichen Vielfalt an Formen, von elliptischen bis
hin zu Spiralgalaxien. Die wesentlich häufigeren, schwachen Galaxien
sind schwerer zu finden; Suchen Sie nach Erscheinungen, die
verschwommener sind und weniger Kontrast aufweisen als die
punktförmigen Sterne.
Während Sterne innerhalb einer Galaxie durch, verglichen mit ihrer
Größe, sehr große Entfernungen voneinander getrennt sind, ist die
Entfernung zwischen Galaxien untereinander wesentlich kleiner, wenn
man deren Ausdehnung berücksichtigt. Daher sind Kollisionen zwischen
Galaxien auf ihrer Bewegung durch den Raum nicht unüblich. Wenn
Galaxien kollidieren, treten sie in Wechselwirkung miteinander - die
Sterne gleiten aneinander vorbei, die Gaswolken der einen Galaxie
hingegen werden durch die der anderen Galaxie verdichtet und
abgebremst. Die Bahnen der Sterne können durch den Einfluß der
Gravitation der einen Galaxie auf die andere grundlegend gestört
werden. Die Verdichtung der Gaswolken kann diese dazu anregen, zu
kollabieren und mit einer besonders hohen Rate neue Sterne zu bilden.
Klassifizierung von Galaxien
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Galaxien, die nicht nur
unterschiedlich aussehen, sondern auch unterschiedliche
Entwicklungsverläufe haben. Die drei grundlegenden Klassen von
Galaxien sind elliptische Galaxien, Spiralgalaxien und irreguläre
Galaxien. Diese sind weiter in Untergruppen unterteilt, die oft mit
Hilfe der Hubble-Sequenz illustriert werden. Ursprünglich
wurde dieses Diagramm als eine mögliche Entwicklungssequenz für
Galaxien angesehen. Heute wissen wir jedoch, daß die Bildung und
Entwicklung von Galaxien ein komplexer Vorgang ist der bisher nur
wenig verstanden ist.
Elliptische Galaxien
Die rötliche Farbe (wie auch etwas detailliertere Beobachtungen) sagt
uns etwas über die Geschichte der elliptischen Galaxien. Die rote
Farbe stammt von älteren, kühleren Sternen. Die Tatsache, daß der
Großteil des Lichtes von alten Sternen stammt, und daß die Farbe
einer elliptischen Galaxie über die gesamte Galaxie mehr oder weniger
gleich bleibt, legt nahe, daß sich die meisten Sterne in diesen
Galaxien vor langer Zeit und in etwa gleichzeitig gebildet
haben. Tatsächlich scheinen die meisten elliptischen Galaxien bei
Rotverschiebungen von ~2 - oder vor 8 Milliarden Jahren - entstanden
zu sein.
Wir beobachten auch, daß sich die meisten elliptischen Galaxien an
Orten im Universum befinden an denen auch andere elliptischen Galaxien
sind - also in Galaxienhaufen. In diesen Haufen sind etwa 75% der
Galaxien elliptisch. Auch diese Tatsache läßt vermuten, daß sich
sie vor langer Zeit entstanden sind, da sich Galaxien wahrscheinlich
zuerst in den Gebieten hoher Dichte, wie in Galaxienhaufen, bildeten.
Die größten Galaxien im Universum sind die "Giant Ellipticals". Sie
enthalten eine Billionen Sterne oder mehr und haben eine Ausdehnung
von bis zu zwei Millionen Lichtjahren - dies entspricht etwa der
20fachen Größe der Milchstraße. Einige von ihnen scheinen eine
supermassives Schwarzes Loch in ihrem Zentrum zu haben -
Sternverschlingende Monster, die bis zu drei Milliarden mal schwerer
als die Sonne sind. Diese riesigen elliptischen Galaxien sind oft im
Herzen von Galaxienhaufen zu finden.
Spiralgalaxien
In einigen Spiralgalaxien ordnet ein Welle die Sterne des Zentrums
balkenförmig an. Die Arme solcher sogenannter Balkengalaxien winden
sich von diesem Balken aus auswärts. Die Milchstraße gehört zu dieser
Klasse der Balkengalaxien.
In der Hubble-Sequenz werden normale Spiralgalaxien mit "S" und die Variante der Balkengalaxien mit "SB" bezeichnet. Nach der Größe des Kerns und dem Windungsgrad der Arme ist jede dieser Klassen wiederum in drei Unterklassen aufgeteilt. Diese drei Typen werden mit den Kleinbuchstaben "a", "b" und "c" bezeichnet. Es gibt auch Galaxien zwischen den Spiral- und den elliptischen Galaxien. Solche Systeme haben eine scheibenartige Form wie es für die ersteren charakteristisch ist, zeigen aber keine Spiralarme. Diese Zwischenform wird mit "S0" bezeichnet. Die Abbildung unten zeigt Beispiele für Spiralgalaxien.
Irreguläre & andere Galaxien
Hubble erkannte zwei Typen von irregulären Galaxien: Irr I und Irr
II. Der Typ Irr I ist der häufigste unter den irregulären Systemen und
scheint die Klassen der Spiralgalaxien in natürlicher Weise über Sc
hinaus zu erweitern hin zu Galaxien ohne erkennbare Spiralstruktur. Sie
sind blau, hoch aufgelöst und besitzen nur einen kleinen oder gar
keinen Kern. Die Irr II Systeme sind seltene Objekte. Sie umfassen
verschiedene Arten chaotischer Galaxien für die es offensichtlich
viele verschiedene Erklärungen gibt.
QuasareQuasare wurden erstmals in den frühen 1960ern entdeckt, als Radioastronomen in einer optischen Sternaufnahme ein kleines aber sehr helles Radioobjekt ausmachten, das als 3C 48 bezeichnet ist. Als sie das Spektrum des optischen Objektes anfertigten, fanden sie unerwartete und zunächst unerklärbare Emissionslinien, die ein flaches Kontinuum überlagerten. Dieses Objekt blieb rätselhaft bis im Jahre 1963 ein weiteres, ähnliches aber im Optischen helleres Objekt, 3C 273, untersucht wurde. Die Forscher bemerkten, daß 3C 273 ein normales Spektrum mit den selben Emissionslinien, die auch bei Radiogalaxien beobachtet werden, hatte, das jedoch sehr stark rotverschoben war. (Das bedeutet, daß die Spektrallinien ähnlich wie beim Dopplereffekt, zu längeren Wellenlängen hin verschoben sind.) Falls man der Rotverschiebung jedoch eine Geschwindigkeit zuordnen würde, so würde sie hier eine gewaltige Geschwindigkeit implizieren, mit der sich das Objekt entfernt. Im Falle von 3C 48 war die Rotverschiebung so groß, daß die bekannten Linien so weit verschoben sind, daß sie nicht erkannt wurden. Es wurden viele mehr solcher Objekte gefunden. Sie wurden als Quasistellare Radioquellen - kurz Quasare - bekannt.
Heute wissen wir, daß Quasare extreme Beispiele energiereicher Kerne
von Galaxien darstellen. Die Menge an Strahlung, die von einem solchen
Kern ausgestrahlt wird, überstrahlt das Licht der übrigen Teile der
Galaxie, so daß nur sehr spezialisierte Beobachtungstechniken die
Existenz der Galaxie enthüllen können. Dies ist der Grund, warum
Quasare in den meisten optischen Aufnahmen wie Sterne erscheinen -
alles was wir sehen ist der helle zentrale Antrieb.
Ein Quasar besitzt viele bemerkenswerte Eigenschaften. Obwohl er
extrem klein ist (er hat nur die Größe des Sonnensystems) emittiert
er bis zu 100mal mehr Strahlung als eine ganze Galaxie. Die Galaxie,
die dem brillanten Bild eines Quasars zugrundeliegt, hat, abgesehen
von den oberflächlichen, großräumigen Effekten des Quasars in ihrem
Zentrum, wahrscheinlich ziemlich normale Eigenschaften. Quasare werden
von einem supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie
angetrieben, wobei die Emission, die wir beobachten, von der Materie in
einer Akkretionsscheibe stammt, die um das Schwarze Loch wirbelt.
Die SDSS (und andere optische Durchmusterungen des Himmels) kann sehr
weit entfernte Quasare (bei Rotverschiebungen von 4-6, entsprechend
einem Rückblick über 90% des Alters des Universums) entdecken, da sie
wie Sterne aussehen aber sehr spezielle Farben haben. Durch die Suche
nach Objekten mit diesen Eigenschaften und der anschließenden
Aufnahme von deren Spektren, wird erwartet, daß die SDSS Tausende von
Quasare bei Rotverschiebungen größer als 4 findet. Im April 2001
wurde der bisher am weitesten entfernte bekannte Quasar bei einer
Rotverschiebung von 6,28 von der SDSS entdeckt.
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